So, 14.07.2013 | 11 Uhr

Ausstellungseröffnung: Die Donauquelle ist umgezogen! Eine Installation für die junge Donau von Michael von Brentano

Michael von Brentano: Die Donauquelle ist umgezogen! Eine Installation für die junge Donau, 2013  Portrait Michael von Brentano

 

 

Immer wieder geht es in den Arbeiten von Michael von Brentano um die Rezeption von Natur. Nehmen wir die Landschaft so wahr, wie sie ist oder wie wir sie uns vorstellen? Bei seinen Vorbereitungen für die Installation zur Donauquelle haben ihn daher besonders die Mythen interessiert, die sich um die Donauquelle ranken. "Kaiser Tiberius hat den Quelltopf, der unterhalb der Stadtkirche Sankt Johann liegt, zur Donauquelle bestimmt und allein das zählt und ist mir wichtig, denn dadurch können wir den Ursprung eines so imposanten und historisch bedeutenden Stromes wie die Donau wahrnehmen", meint von Brentano im Gespräch.


Für die konkrete Umsetzung seines künstlerischen Konzeptes hat er sich jedoch von einem anderen Mythos inspirieren lassen, auf den er beim Lesen stieß: Es soll im Schwarzwald einen Bauernhof geben, dessen First so ausgerichtet ist, dass wenn ein Regentropfen auf die eine Seite fällt, dieser in den Rhein fließt und wenn ein Tropfen auf die andere Seite fällt, dann gelangt der in die Donau. "Die Geschichte mit den Wassertropfen ist so poetisch, ich musste das unbedingt künstlerisch aufgreifen. Schon früher wurden die großen Flüsse als Frauenfiguren dargestellt. Ich wollte eine neue Allegorie finden. Meine Donau wird eine Tänzerin", verrät der Bildhauer.


So werden am Boden im Spiegelsaal zwei Filme auf eine ovale Fläche projiziert. Aus der Vogelperspektive, also immer von oben in der Aufsicht, sieht man erst wie ein Wassertropfen zu Regen wird und dann, wie die Tänzerin in kreisenden Bewegungen mal ins Bild hinein und wieder hinaus gleitet. Der zweite Film zeigt dieselbe Szene nur seitenverkehrt aber zeitgleich, so dass immer gleichzeitig eine Bewegung aus beiden Richtungen ins Bild hinein und aus dem Bild heraus zu sehen ist. Ergänzend zu den beiden Filmprojektionen wird ein großes, trichterförmiges Objekt aus hellgrau lackierten Holzplatten, einem Wasserbecken und einem Foto, im abgedunkelten Spiegelsaal aufgestellt. "Wer in den Trichter schaut wird die Quelle sehen und wer weiß, vielleicht kann man auch eine Münze hinein werfen und es platscht sogar", verrät von Brentano lächelnd.

 

Den Besucher erwartet eine sehr poetische Installation, die für ca. zwei Jahre die Donauquelle als künstlerisches Projekt im Spiegelsaal des Museum Biedermann erfahrbar machen wird.

 

 
Unterstützt wird dieses Projekt durch die Sparkasse Schwarzwald Baar und die Stadt Donaueschingen.

 

 

 

 

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